Verabschiedet Euch von guten Gedanken. Verkörperung ist alles.



Wie oft nimmt man sich kurz vor dem Auftritt vor, auf dieses oder jenes zu achten, sich nicht ablenken zu lassen, zu atmen während des Spiels, es nicht zu sehr zu wollen und es natürlich dabei auch genießen? Ganz schön viel zu tun.

Es ist einfach schwer, an alles zu denken.

Die Auftrittssituation braucht ein hohes Maß an Leistungsfähigkeit. Gleichzeitig reduzieren "neue" Gedanken das Reaktionsvermögen. Das Unterbewusstsein sucht in extremen Situationen nach der bekannteren, erprobten Lösung, ganz gleich ob sie besser oder schlechter ist.

Wer diese Erfahrung gemacht hat, wird bestätigen können: Alles was man übt, wird auf der Bühne wiedergegeben.

Doch was passiert wenn man etwas Grundlegendes zu verändern sucht? Wenn ich beim Spielen beispielsweise freier atmen möchte, kann ich mir das beim Üben vornehmen. Doch die Gewohnheiten sind tief verwurzelt, die guten Gedanken schnell vergessen.

Das Neue darf verkörpert werden.

Das Neue darf zunächst zu einer Gewohnheit im Alltag werden. Deshalb empfehle ich, täglich für eine kurze Zeit eine einfache Aktivität auszuführen, bei der man trainieren kann, die Atmung zu lösen. Zum Beispiel sanfte Körperübungen, während denen man Unterschiede spüren kann. Da, wo man nicht "aufpassen" muss, kann Veränderung geschehen, die Atmung gelöst werden. Ist das zu einer Gewohnheit geworden, wirkt sich diese direkt auf das Üben bzw. Vorspielen aus.

Eine Weile nachdem ich mich mit den Übungen der Resonanzlehre beschäftigte, bemerkte ich erste Veränderungen in meinem Alltag. Ich ging anders ohne es zu wollen, atmete anders ohne es zu denken und hörte anders zu. Für mich war das der Schlüssel. Kurz danach wandelte sich mein Üben, dann mein Auftreten auf der Bühne.

Jede Form von sanfter Körperarbeit ist gut geeignet, Entwicklung einzuleiten. Was man jeden Tag verkörpert, ist man auch auf der Bühne. Probiert es selbst aus!

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